Schneider CPC 6128 im Originalzustand

Ich habe mir noch einen zweiten Schneider CPC 6128 für die Sammlung angeschafft. Dieses Gerät macht einen gepflegten Eindruck, ist voll funktionsfähig und was kaufentscheidend für mich war, der CPC befindet sich im Originalzustand! Leider habe ich Probleme Disketten einzulesen. Laut Verkäufer wurde der Antriebsriemen bereits erneuert, es könnte also auch an meinen Datenträgern liegen. Da ich bislang eigentlich immer HXC-Floppys betrieben habe, hier eine Frage in die Runde: Habt ihr häufig Probleme mit den 3 Zoll Disketten? Von den 5.25 Zoll Disketten des C64 bin ich eigentlich kaum Ausfälle gewohnt. Also nix wie rein mit euren Erfahren hier in die Kommentare! Danke.

6 Antworten zu “Schneider CPC 6128 im Originalzustand

  1. Hallo Marco,

    von 340 Disketten im 3 Zoll Format aus meiner Sammlung waren knapp 30% mit Lesefehlern in den letzten Tracks oder in den ersten Tracks. Manche konnte man noch mit anderen Laufwerken sektorweise retten und in DSK umwandeln, in der Regel ist es aber Schrott. Der Riemen ist nicht immer die Ursache, sondern die ausgelutschte Mechanik und die verstellte Spindel am Motor. Je nach Laufwerkschassis (es gibt IMHO 12 verschiedene Chassis) und Hersteller dessen, so gibt es unterschiedliche Fehler. Das Laufwerk muss revidiert und neu kalibriert werden. Dazu muss es komplett zerlegt, gereinigt, justiert und vor allem neu fixiert werden. Oftmals ist hinten auch der Fixierlack an der Spindel des Steppermotors abgeplatzt oder lose. Problem ist dann wenn der „Kandidat“ mit nagelneuen Disketten funktioniert und die Diskette aber nur noch auf diesem Laufwerk lesbar ist. Die Dinger kommen in die Jahre und die Ausfälle häufen sich. Die 3″ Disketten sind auch qualitativ nicht wirklich gut. Im Vergleich zu den 48 Tpi Disketten des C64 sind sie sogar im deutlichen Nachteil. Die Datendichte ist eben höher und konstruktionsbedingt ist sie tatsächlich empfindlicher als die „Lappen“ von Commodore. Schöner Rechner, ich müsste auch noch so einen in OVP rumfliegen haben. Die ersten CPC6128 Ur Modelle hatten übrigens den winzig kleinen Schriftzug von „Schneider Computer“. Deiner ist ein späteres Modell. Viel Spaß damit. Gruß Tom

    • Hallo Tom,
      vorab: ich freue mich von dir zu hören bzw. zu lesen 🙂
      Vielen Dank für deinen fachmännischen und sehr ausführlichen Kommentar. Ich habe nun ca. 20 Disketten getestet, bei einer einzigen konnte ich das Inhaltsverzeichnis auslesen – eine Datei davon zu laden klappte jedoch nicht. Da stets die Meldung „Read failure“ und nicht „Disc missing“ erscheint, wird es wohl an der Mechanik des Laufwerks liegen. Der Verkäufer hat mir versichert, den CPC und das Laufwerk ohne Probleme getestet zu haben.
      Bei meinen alten Kassetten habe ich dieses Problem nicht. Alle, aber wirklich alle, kann ich mit meinen CPC 464 oder einem alten Kassettenrekorder am CPC 664/6128 lückenlos laden.
      Ganz liebe Grüße, Marco

  2. Hallo Marco,
    die Magnetbänder der Kassetten sind sehr stark magnetisiert und die alten Ferro Tapes sind sehr haltbar und robust. Bei mir sind einige Highbaud Lader und Chromdioxid Bänder nicht mehr lesbar. Sehr empfindlich ist das Original Tape von Sorcery auf Seite A: – wenn der CPC464 das einlesen kann dann ist der Kopf auch perfekt eingestellt. Meine 3″ Disketten habe ich mittlerweile alle verkauft und habe noch einen 10er Pack NOS im Schrank für den Notfall. Aber ansonsten ist das SD-HxC für mich die beste Lösung. Im übrigen sind die 3,5″ DD Disketten noch wesentlich schlechter. Da sind Ausfälle von 50% keine Seltenheit. Es gibt ein Laufwerk in der 3″ Zoll Klasse, welches extrem rar ist. Diese Laufwerksmechanik ist von Hitachi und direkt angetrieben (ohne Treibriemen). Das Laufwerk war im Tatung Einstein Computer verbaut und ist unkaputtbar. Vor vielen Jahren habe ich mir davon eins organisiert und das anstelle des Amstrad Laufwerks verbaut. Das musst Du niemals kalibrieren oder Riemen wechseln und funktioniert einfach perfekt. Ideal auch wenn Du ein paar Hundert Deiner Schätze nach DSK umwandeln möchtest. Ab und zu findet man solche Laufwerke auf eBay UK. Gruß Tom

    • Moin Tom,
      Ich werde es wohl auch so handhaben wie du! Die Disketten habe ich sowieso nur zur „Dekoration“, benutzen tue ich die nicht. Mache auch alles mit dem HxC. Und ein großes Danke für den Tipp mit dem Laufwerk.
      VG und ein schönes Wochenende, Marco

  3. Oh Mann, das Laufwerk funktioniert jetzt! Alle Disketten können gelesen werden. Ich habe den CTM-644 durch den GT-65 ersetzt, das war die Ursache für das Übel. Kann es denn sein, das wenn die 12V nicht korrekt anliegen, die Floppy nicht richtig funktioniert?

    • Hallo Marco,
      das ist natürlich der Klassiker beim CTM-644 Farbmonitor. Schon 1985 waren diese Monitore zu schwach im Netzteil und hatten nicht genug Leistung. Es gab sogar Anleitungen wie man das Netzteil durch Austausch von Bauteilen verstärken kann.

      Das interne Netzteil des Monitors ist über die Jahre natürlich zusätzlich gealtert und die Elkos müssten dringend neu gemacht werden. Ich empfehle ein komplettes „recapping“ des Farbmonitors, danach geht das Netzteil in der Regel wieder einwandfrei und hat ausreichend Leistung. Das gleiche gilt im übrigen auch für den Grünmonitor. Ich habe bei meinen beiden Monitoren alle Elkos rausgelötet und dann komplett Panasonic FC / FR Elkos eingebaut. Danach muss der Monitor unter Umständen allerdings auch komplett neu kalibriert werden. Damit würde ich auch nicht zu lange warten, das Problem ist schleichend und wenn er jetzt schon nicht mehr genug Leistung für 12 Volt hat, dann sind auf der 5 Volt Schiene auch meistens nur noch 4,7 Volt und Leistungsabfall messbar. Der sollte dringend in gute Hände und revidiert werden. Du wirst da nicht drumrum kommen, das ist alles kein Hexenwerk, aber sauviel Arbeit. Falls Du die Servicepläne und Werkstattpläne brauchst die sind zum einen im CPC Wiki zu finden und zum anderen habe ich sie im Original hier liegen und kann zur Not weiterhelfen.

      LG
      Tom

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